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jesko streeck


Donnerstag, 27. August 2009
Implantatspezies
By jeskostreeck, 12:46

Pressemitteilung

Rostock etabliert sich als Spitzenstandort der Implantatmedizin
Dr. Heinrich Cuypers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BioCon Valley Initiative
28.07.2008 10:00
Qualitätskontrolle von orthopädischen Implantaten im DOT-Reinraum.
Qualitätskontrolle von orthopädischen Implantaten im DOT-Reinraum.
Foto: DOT GmbH Rostock
Forschungsverbund will Knochenersatz perfektionieren

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel hat heute in Rostock mit der Übergabe von mehreren Fördermittel-bescheiden ein weiteres Verbundforschungsprojekt vorgestellt. Mit insgesamt 3,1 Mio. Euro Projektvolumen, davon 1,9 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds, will das Medizintechnikunternehmen DOT GmbH gemeinsam mit der Universität Rostock den Durchbruch bei künstlichem Knochenersatz in der klinischen Anwendung ansteuern. "Rostock etabliert sich zunehmend als Spitzenstandort der medizinischen Implantattechnik", betonte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, der auf die enormen Potenziale dieser noch relativ jungen Wirtschaftsbranche verwies. "Die Marktführerschaft in diesem innovativen Hightech-Bereich erfordert einen starken Kompetenzverbund aus Grundlagen- und Industrieforschung sowie experimenteller Entwicklung."
Anfang des Jahres gehörte das CORTRONIK-Netzwerk, in dem Gefäßimplantate (Stents) entwickelt, produziert und international vermarktet werden, zu den ersten Empfängern der neuen EU-Verbundförderung in Mecklenburg-Vorpommern. "Im Fokus der Technologieförderung steht die Unterstützung von konkreten Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten, die zu international wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren für die gewerblichen Unternehmen unseres Landes führen. Durch eine enge Verknüpfung des Know-hows aller beteiligten Akteure sollen sowohl neue als auch dauerhaft hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden", sagte Seidel.

In dem neuen Forschungsvorhaben wird an die bisherige Arbeit der Wissenschaftler bei der Regeneration von Knochenerkrankungen und -defekten in den vergangenen sechs Jahren angeknüpft. Gleichzeitig wird in zwei Schwerpunktprojekten Neuland betreten, um die Arbeit der Mediziner mit Knochersatzmaterialien zu perfektionieren, die Eigenschaften von Kunststoffen optimal an den lebenden Organismus anzupassen und Knochenneubildungen zu stimulieren.

Mit Stammzellen die Knochenheilung beschleunigen
Zellbiologen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Rostock werden im ersten Teilprojekt in Kooperation mit der DOT GmbH künstliche Materialien mit menschlichen Stammzellen versetzen. Dazu sollen Stammzellen aus dem Körperfettgewebe des Spenders mittels eines minimal-invasiven Eingriffs gewonnen werden. Die Methode des so genannten "Tissue Engineering" (Gewebezüchtung) beruht darauf, Zellen außerhalb des Körpers unter Zellkulturbedingungen zu vermehren, auf biologischen oder synthetischen Gerüsten anzusiedeln und diese wieder in den Körper einzupflanzen, um so eine Gewebefunktion wiederherzustellen oder zu erhalten. Die Körperzellen entwickeln sich in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung und ihren physikalischen Eigenschaften entweder Knochen bildend (osteoinduktiv) oder Fettgewebe bildend (adipoinduktv), was auch für Weichteilimplantate von Bedeutung ist, so beispielsweise im Brustaufbau nach Krebs.

Obwohl sich weltweit zahlreiche Arbeitsgruppen mit dem hochaktuellen Forschungsgebiet befassen, befinden sich die klinische Anwendung und Therapie noch in den Anfängen. Die Rostocker Wissenschaftler wollen mit ihrer Neuentwicklung, die die Knochenregeneration erheblich beschleunigen soll, den Sprung in den Praxisalltag schaffen.

"Die Implantate werden auf eine möglichst vollwertige Ersatz- und Reparationsfunktion ausgerichtet", erläuterte Prof. Joachim Rychly, Leiter des Zentrums für medizinische Forschung an der Universität Rostock. "Die Lebensqualität von Patienten würde sich künftig ungemein erhöhen, wenn auf risikoreiche Operationen zur Entnahme von Knochen als Eigenspende und anschließender Transplantation an den erkrankten Stellen verzichtet werden kann."

Mit Kupferbeschichtungen gefährliche Infektionen verhindern
Im Mittelpunkt des zweiten Forschungsschwerpunktes steht die Erprobung von neuartigen Beschichtungen mit Kupferverbindungen, die unerwünschte Abwehrreaktionen wie Vergiftungen oder Infektionen verhindern und die Einheilung des später implantierten "Ersatzknochenwerks" befördern können. Die Implantatoberfläche wird mit einer Kupfer-Lösung versetzt, die eine anti-mikrobielle Wirkung entfaltet und somit vor schwer behandelbaren und schmerzhaften Entzündungsherden im knöchernen Implantatlager schützt. Die Gelenkimplantate werden hinsichtlich der Oberflächeneigenschaften bioaktiv, also zellbildend aufgebaut, um zusätzlich dazu beizutragen, das umgebende Gewebe wieder herzustellen und zu stabilisieren. Die Implantatbeschichtung sowie spezielle Formkörper für die Knochenregeneration sollen nach einer umfassenden Testphase hauptsächlich in der orthopädischen Chirurgie eingesetzt werden.

An dem auf drei Jahre angelegten Verbundprojekt sind die DOT GmbH sowie die Medizinische Fakultät der Rostocker Universität mit dem Arbeitsbereich für Zellbiologie, dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene sowie das Forschungslabor der Orthopädischen Klinik beteiligt.

Die Projektpartner

DOT GmbH Rostock (http://www.dot-coating.de)
Die 1992 gegründete DOT GmbH gehört in der Oberflächenveredlung von Implantaten zu den führenden internationalen Medizintechnikunternehmen. Im vergangenen Jahr erzielte die hoch spezialisierte Firma mit ihren 208 Mitarbeitern 13,8 Mio. Umsatz, 25 Prozent davon im Ausland.
Prof. Dr. Hans-Georg Neumann, T +49 381-40 33 51 04, E neumann@dot-coating.de

Universität Rostock

Zentrum für Medizinische Forschung (http://www.zellbiologie.uni-rostock.de)
Der Arbeitsbereich Zellbiologie erforscht Wechselwirkungen von menschlichen Zellen mit Biomaterialoberflächen mit dem Ziel, Erkenntnisse für die Optimierung von Implantaten und dessen Anwendung für das Tissue Engineering in der Regenerativen Medizin zu erzielen.
Prof. Dr. Joachim Rychly, T + 49 381 494 5730, E joachim.rychly@med.uni-rostock.de

Orthopädische Klinik und Poliklinik (http://www.ouk.med.uni-rostock.de)
Die Forschungsschwerpunkte der Orthopädie mit dem klinikeigenen Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie liegen im Bereich biomechanischer Untersuchungen an Implantaten und Endoprothesen sowie deren Reaktionen mit biologischem Gewebe.
Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, T +49 381 494 9301, E wolfram.mittelmeier@med.uni-rostock.de

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (http://www.imikro.uni-rostock.de)
Das Institut untersucht die molekulare Basis der Infektionskraft von Bakterien und entwickelt Analysen von Biofilmen. Diese entstehen, wenn sich Mikroorganismen (z. B. Bakterien) an Grenzflächen (z. B. an Implantaten) ansiedeln.
Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski, T +49 381 494 5900, E andreas.podbielski@med.uni-rostock.de

Die DOT GmbH Rostock und die Universität Rostock gehören dem Technologie- und Branchenverbund BioCon Valley an.

BioCon Valley GmbH
Dr. Heinrich Cuypers
Walther-Rathenau-Straße 49 a
17489 Greifswald
T +49 3834-515 108
E hc@bcv.org
http://www.bcv.org

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit EU-Fonds
Kontakt Gunnar Bauer
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
T +49 385-588 50 73
M +49 175-22 87 513
E g.bauer@wm.mv-regierung.de
www.wm.mv-regierung.de
http://www.gruender-mv.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news272167

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Achtung älter
By jeskostreeck, 11:55

Manche News sind momentan nicht so taufrisch , weil meine Infomails nacharbeite. DEnnoch interesante Artikel.
Gruss
Jesko Streeck

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Das macht Myelin Gruss Jesko
By jeskostreeck, 09:39

Pressemitteilung

Myelin macht Reize schnell: Mechanismen der Myelinbildung im zentralen Nervensystem aufgeklärt
Petra Giegerich, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
04.06.2008 12:50
 
Untersuchungen der Abteilung Molekulare Zellbiologie im Journal of Cell Science und Journal of Cell Biology publiziert
(Mainz, 4. Juni 2008, lei) Damit Nervenzellen effizient Informationen über weite Distanzen übermitteln können, hat sich bei höheren Organismen die sogenannte saltatorische Erregungsleitung entwickelt. Diese wird ermöglicht, indem die zur Reizweiterleitung spezialisierten axonalen Fortsätze der Nervenzellen in bestimmten Abständen von Myelin - einer Art Isolierschicht - umgeben sind. Im Falle von Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Leukodystrophien ist die Bildung beziehungsweise die Funktion des Myelins gestört. Die molekularen Mechanismen der Myelinbildung waren bisher noch weitgehend unverstanden. Zwei Arbeiten aus der Abteilung Molekulare Zellbiologie des Fachbereichs Biologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz leisten nun einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis dieser komplexen zellulären Prozesse.

Vereinfacht betrachtet springen bei der saltatorischen Erregungsleitung weitergeleitete Signale von einem nicht myelinisierten Bereich, dem Ranvierschen Schnürring, zum nächsten, was die Geschwindigkeit der Weiterleitung enorm erhöht. Im zentralen Nervensystem entsteht Myelin dadurch, dass Oligodendrozyten, ein bestimmter Typ von Gehirnzellen, ihre Zellfortsätze mehrfach um die Axone der Nervenzellen wickeln und einen kompakten Stapel von Zellmembranen ausbilden. Die Wissenschaftler aus der Abteilung Molekulare Zellbiologie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jacqueline Trotter konnten nun zeigen, welche Mechanismen zur Bildung einer intakten Myelinscheide beitragen und wie die Nervenzellen Ort und Zeitpunkt der Myelinproduktion steuern.

Zum einen wurde in einer im Fachmagazin Journal of Cell Science veröffentlichten Arbeit gezeigt, dass ein endozytischer Recycling-Zyklus von Myelinproteinen für die spezifische Ausbildung von Myelindomänen von Bedeutung ist. Dabei werden die Proteine zunächst zur Zelloberfläche transportiert. Von dort werden sie durch Endozytose wieder in die Zelle aufgenommen, um in verschiedene Membrandomänen sortiert zu werden, die anschließend wieder an die Zelloberfläche gelangen. Dieser "Membranumbau" scheint notwendig für die korrekte Bildung einer intakten Myelinscheide.

Weiterhin wurde im renommierten Journal of Cell Biology ein neuer Signalweg vorgestellt, der von der Interaktion eines neuronalen und eines oligodendroglialen Oberflächenmoleküls über die Aktivierung eines für die Myelinisierung essentiellen Signalmoleküls letztlich zu der lokalen Translation eines Hauptmyelinproteins im Oligodendrozyten führt. Diese Ergebnisse beschreiben eine Möglichkeit der Nervenzelle zu beeinflussen, an welchen Stellen oder zu welchem Zeitpunkt Myelin synthetisiert werden soll, und verdeutlicht die entscheidende Rolle beider Zelltypen für die Ausbildung der Grundlage einer effizienten Reizweiterleitung im zentralen Nervensystem.

Die Arbeiten wurden durch das Schwerpunktprogramm "Zellpolarität" der DFG, Mittel der EU (STREP "Signalling and Traffic") und der European Leukodystrophy Association sowie durch das DFG-Graduiertenkolleg "Entwicklungsabhängige und krankheitsinduzierte Modifikationen im Nervensystem" gefördert.

Veröffentlichungen:
Christine Winterstein, Jacqueline Trotter, and Eva-Maria Krämer-Albers (2008). Distinct endocytic recycling of myelin proteins promotes oligodendroglial membrane remodeling. Journal of Cell Science 121 (6), 834-842.
Robin White, Constantin Gonsior, Eva-Maria Krämer-Albers, Nadine Stöhr, Stefan Hüttelmaier and Jacqueline Trotter (2008). Activation of oligodendroglial Fyn kinase enhances translation of mRNAs transported in hnRNP A2-dependent RNA granules. Journal of Cell Biology 181 (4), 579-586.

Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Jacqueline Trotter
Fachbereich Biologie
Abteilung Molekulare Zellbiologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 (0) 6131 39-20263
Fax +49 (0) 6131 39-23840
E-Mail: trotter@uni-mainz.de

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Mittwoch, 26. August 2009
Gute Information dank IDW
By jeskostreeck, 21:08

Pressemitteilung

Fehlfaltung mit fatalen Folgen - Wie bei Parkinson ein Schutzfaktor für Nervenzellen ausfällt
Luise Dirscherl, Referat Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München
20.05.2008 15:55
Die Parkinson-Krankheit ist - nach der Alzheimerschen Erkrankung - das zweithäufigste neurodegenerative Leiden. Zu den Symptomen gehören Muskelzittern sowie eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bis hin zur völligen Erstarrung. Die Ursache ist ein Absterben von Neuronen in bestimmten Bereichen des Mittelhirns. Der Auslöser des Zelltods ist aber noch unbekannt. Wie man weiß, spielen bei der erblichen Manifestation der Erkrankung Veränderung im Parkin-Gen eine wichtige Rolle. Wissenschaftler um die Privatdozentin Dr. Konstanze Winklhofer am Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie von Professor Christian Haass an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konnten in einer vorangegangenen Studie zeigen, dass das Protein Parkin ein wichtiger zellulärer Schutzfaktor ist und das Absterben von Nervenzellen verhindern kann. Nun analysieren Winklhofer und ihr Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Biological Chemistry" die Folgen von krankhaften Veränderungen im Parkin-Gen. Wie die Forscher zeigen, entsteht dann ein Parkin-Protein mit veränderter Struktur. Dies hat zur Folge, dass sich entweder unlösliche Parkin-Aggregate bilden oder dass Parkin vorzeitig abgebaut wird. In beiden Fällen kommt es zu einem Funktionsverlust von Parkin, so dass Nervenzellen diesen wichtigen Schutzfaktor verlieren.
Die Parkinson-Erkrankung tritt in der Regel nach dem 50. Lebensjahr und sporadisch auf. Bestimmte Varianten des Leidens erscheinen aber gehäuft in Familien und treffen die Patienten dann oft schon in jungen Jahren. Alleine in Deutschland gibt es rund 400.000 Parkinson-Patienten. Bei den Betroffenen sterben in einem Bereich des Mittelhirns, der sogenannten Substantia nigra, aus bislang ungeklärter Ursache Neuronen ab, die Dopamin produzieren. Ohne diesen wichtigen Botenstoff werden manche Bereiche des Gehirns aber nur noch eingeschränkt aktiviert, und die ersten Symptome der Erkrankung treten auf. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits zwei Drittel der betroffenen Neuronen untergegangen. Den familiären Varianten der Parkinson-Erkrankung liegen Veränderungen (Mutationen) in bestimmten Genen zugrunde, aber auch bei sporadischen Fällen können genetische Ursachen eine Rolle spielen. "Deshalb ist es so wichtig, die Funktion der mit diesem Leiden assoziierten Gene zu entschlüsseln", betont Winklhofer. "Fünf Gene wurden bereits eindeutig mit der Parkinson-Erkrankung in Zusammenhang gebracht, und Parkin ist eines davon. Von diesem Gen sind mehr als 100 verschiedene Veränderungen mit negativer Auswirkung bekannt."

Zu derartigen schädlichen Folgen kommt es unter anderem, wenn sich die genetische Veränderung auf die Synthese des zugehörigen Proteins auswirkt. Denn Gene liefern die Bauanleitung für Proteine. Diese können ihre vielfältigen Aufgaben aber nur erfüllen, wenn sie in jeweils spezifischer dreidimensionaler Struktur vorliegen. Dazu müssen sich ihre Untereinheiten nach der Synthese korrekt falten. Kommt es bei diesem Prozess zu Fehlern, können schwerwiegende Erkrankungen wie etwa die Parkinson-Krankheit resultieren. "Unsere Vorarbeiten haben gezeigt, dass die Fehlfaltung von Parkin eine wesentliche Ursache der Inaktivierung dieses Proteins ist", so Winklhofer. "Außerdem ist bekannt, dass viele Fälle der erblichen Parkinson-Erkrankung durch Veränderungen im Parkin-Gen ausgelöst werden, dem damit besondere Bedeutung zukommt. Aber auch im Gehirn von Patienten mit sporadischer Parkinson-Erkrankung konnte bereits missgefaltetes Parkin nachgewiesen werden, so dass die Inaktivierung von Parkin nicht nur bei der erbliche Form, sondern auch bei der häufigeren sporadischen Parkinson-Erkrankung eine Rolle spielen könnte."

In ihren vorangegangenen Untersuchungen konnte Winklhofer zeigen, dass Parkin einen zellulären Überlebensmechanismus aktiviert und damit die Nervenzellen schützt. "Mutationen im Parkin-Gen blockieren diesen Prozess", berichtet die Medizinerin. "Das wiederum macht Neuronen anfälliger für den stressinduzierten Zelltod. Weil die Missfaltung von Parkin hier eine wichtige Rolle spielt, haben wir in der vorliegenen Arbeit die möglichen Auswirkungen dieser Störung analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Missfaltung von Parkin zwei unterschiedliche Konsequenzen haben kann: zum einen die Aggregation von unlöslichem Parkin, zum anderen dessen Destabilisierung und beschleunigten Abbau. Beides hat einen Funktionsverlust von Parkin zur Folge." Noch ist unbekannt, inwieweit diese Vorgänge im Patienten nachweisbar und therapeutisch beeinflussbar sind. "Es ist aber sehr interessant, dass die Missfaltung von Parkin so unterschiedliche Folgen haben kann", meint Winklhofer. "Möglicherweise bewirken die diversen genetische Defekte ja verschiedene Fehlfaltungen oder sie beeinflussen Parkin in unterschiedlichen Phasen des Faltungsprozesses. Eine interessante Frage ist auch, warum gerade Dopamin-produzierende Nervenzellen besonders anfällig sind gegenüber einer Inaktivierung von Parkin. Wir werden dies noch genauer untersuchen."

Publikation:
"Aberrant Folding of Pathogenic Parkin Mutants. Aggregation versus Degradation",
Julia S. Schlehe, A. Kathrin Lutz, Anna Pilsl, Kerstin Lämmermann, Katja Grgur, Iris H. Henn, Jörg Tatzelt, and Konstanze F. Winklhofer,
Journal of Biological Chemistry, 16. Mai 2008

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. Konstanze F. Winklhofer, M.D., Ph.D.
Adolf-Butenandt-Institut, Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie der LMU
Tel.: 089 / 2180 - 75483
Fax: 089 / 2180 - 75415
E-Mail: konstanze.winklhofer@med.uni-muenchen.de
Web: http://haass.web.med.uni-muenchen.de/Research/NBC/Winklhofer

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news261123

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Montag, 02. März 2009
Funktionen der Lunge entschlüsselt
By jeskostreeck, 19:34

Pressemitteilung

Wenn nötig, bremst die Lunge das Immunsystem
Dipl.-Biol. / Dipl.-Journ. Hannes Schlender, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
02.03.2009
HZI-Forscher klären Steuerung der T-Zell-Reaktion in Lungenalveolen auf.

Die Schleimhaut der Lunge kommt täglich mit tausenden von Molekülen in Kontakt - viele sind harmlos, manche bedrohlich. Im zweiten Fall müssen Abwehrmechanismen in Gang gesetzt werden. Droht die Abwehr über das Ziel hinaus zu schießen, muss sie gedrosselt werden. Wie das Immunsystem reagieren soll, darüber können die Zellen in den Lungenbläschen, den so genannten Alveolen, mitentscheiden.
Einen Kommunikationsweg zwischen den Zellen der Lungenbläschen und den Abwehrzellen des Immunsystems, den T-Zellen, haben jetzt Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig aufgeklärt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichen die Forscher heute im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine", der führenden Zeitschrift im Bereich der Lungenerkrankungen. "Der regulierende Einfluss der Lungenzellen auf eine Immunantwort wurde bislang völlig unterschätzt", sagt Dunja Bruder, Leiterin der Arbeitsgruppe "Immunregulation" am HZI. Jetzt wissen die Forscher, wie die Lungenepithelzellen das Immunsystem erreichen.

"Die Zellen in der Lungenschleimhaut sind in der Lage, die Immunreaktion auszubalancieren. Sie können sowohl entzündungsfördernd als auch entzündungshemmend wirken - je nach dem, welche Botenstoffe sie ausscheiden.", sagt Marcus Gereke, Forscher in Dunja Bruders Arbeitsgruppe. Schütten die Zellen beispielsweise den entzündungshemmenden Botenstoff TGF-beta aus, sind sie in der Lage, das Immunsystem zu besänftigen. Sie lassen dann regulatorische T-Zellen, sogenannte Tregs heranreifen. Diese Tregs haben die Fähigkeit, Entzündungsreaktionen abzumildern. So können sie die Lunge vor einer zu aggressiven Immunantwort schützen, die die Atemfunktion gefährden würde.

Die Schleimhautzellen können aber auch Entzündungen verstärken, indem sie das Signal zur Erregerabwehr geben. Dazu präsentieren die Schleimhautzellen auf ihrer Oberfläche Bruchstücke eines Erregers, die von T-Zellen erkannt werden können. Die T-Zellen schalten dann auf gezielte Abwehr, wodurch Entzündungen in der Lungenschleimhaut ausgelöst werden können.

"Damit sind die Schleimhautzellen überraschenderweise ein wichtiger Teil der Immunabwehr in der Lunge", sagt Bruder. "Diese Erkenntnisse sind wichtige Grundlagen für die Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Therapien im Bereich chronischer Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD, den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen." Zukünftig wollen die Forscher versuchen, weitere entzündungshemmende Botenstoffe zu identifizieren und gezielt in die Zellkommunikation einzugreifen - vor allem, um regulatorische T-Zellen zu stimulieren und so Entzündungsreaktionen zu mildern.

Titel der Originalpublikation:
Marcus Gereke, Steffen Jung, Jan Buer and Dunja Bruder: Alveolar Type II Epithelial Cells Present Antigen to CD4+ T Cells and Induce Foxp3+ Regulatory T Cells"; Am J Respir Crit Care Med Vol 179. pp 344-355, 2009

Hören Sie zu diesem Thema unseren Podcast "Raucherhusten" unter http://www.helmholtz.de/aktuelles/helmholtzaudio/podcast_des_hzi_forschen_fuer_d...
Dunja Bruder und Marcus Gereke sind den Ursachen dieser Volkskrankheit auf der Spur und nehmen Sie mit auf Forschungsreise ins Labor...

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news303170

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Chemie, Medizin
überregional

Forschungsergebnisse


Gruss Jesko Streeck

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Neue Therapie bei Hirntumoren
By jeskostreeck, 19:31

Hirntumore: Neue Therapie überraschend erfolgreich
Frank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
02.03.2009
Durch Kombination zweier Medikamente lässt sich die Therapie bestimmter Hirntumore entscheidend verbessern. Das zeigen Forscher der Universität Bonn zusammen mit deutschen und Schweizer Kollegen in einer aktuellen Studie. Sie behandelten 39 Patienten, bei denen ein so genanntes Glioblastom diagnostiziert worden war. Die Betroffenen überlebten durchschnittlich 23 Monate; bei der Standardtherapie beträgt diese Frist im Schnitt 14,6 Monate. Glioblastome sind die aggressivsten und häufigsten hirneigenen Tumore. Unbehandelt führt die Erkrankung binnen weniger Wochen zum Tod. Die Studie ist im Journal of Clinical Oncology erschienen (doi: 10.1200/JCO.2008.19.2195).
Glioblastome sind bis heute nicht heilbar - daran ändert auch die neue Kombinationstherapie nichts. Dennoch spricht Professor Dr. Ulrich Herrlinger vom Schwerpunkt Klinische Neuroonkologie der Uni Bonn von einem herausragenden Erfolg: "Die ungewöhnlich deutliche Verlängerung der Überlebensdauer hat uns selbst überrascht. Unsere Ergebnisse bieten die Chance, diese aggressive Krebserkrankung besser in den Griff zu bekommen. Jetzt sind weitere Untersuchungen mit einer größeren Patientenzahl nötig, um die Therapie eventuell noch zu optimieren. Die Planungen dafür laufen in Bonn bereits."

Bislang behandeln Mediziner Glioblastome mittels Bestrahlung und einer begleitenden Chemotherapie. Als "Goldstandard" gilt dabei seit einigen Jahren der Wirkstoff Temozolomid. Er wird bis heute als der wichtigste Durchbruch bei der Therapie des Glioblastoms gefeiert. Die Forscher kombinierten dieses Präparat mit dem Medikament Lomustin. Gleichzeitig erhielten die Patienten eine Strahlentherapie. Die 39 so behandelten Patienten überlebten den Tumor im Schnitt 23,1 Monate. Bei der Standardtherapie ist diese Frist mehr als ein Drittel kürzer. Sieben Patienten überlebten sogar länger als vier Jahre.

Gene entscheiden über Therapie-Erfolg

Entscheidend für den Therapie-Erfolg scheinen bestimmte Veränderungen des Erbguts zu sein. "Bei elf Studienteilnehmern war die Information eines Gens in charakteristischer Weise modifiziert", erklärt Ulrich Herrlinger. "Diese Patienten überlebten im Schnitt gut 34 Monate. Bei den anderen Patienten scheinen die Medikamente gegenüber einer reinen Strahlentherapie keinen Vorteil zu bringen - zumindest nicht in der von uns getesteten Dosis. Möglicherweise lässt sich also mit einem einfachen Gentest entscheiden, wem eine begleitende Chemotherapie helfen kann." Ein Nachteil der neuen Methode sind die Nebenwirkungen. Sie treten allerdings hauptsächlich während der mehrmonatigen Behandlungsphase auf. "Danach klingen sie in der Regel vollständig ab, und die Patienten klagen über keinerlei Beschwerden", betont Herrlinger.

Die Mediziner suchen nun in Zusammenarbeit mit dem Bonner Life&Brain-Zentrum nach verträglicheren, noch wirksameren Medikamenten. "Wir wollen dazu unter anderem in Zellkulturen von Originaltumoren untersuchen, was die in der Studie eingesetzten Präparate genau bewirken", erklärt Dr. Martin Glas, einer der Autoren der Studie.

Long-Term Survival of Patients With Glioblastoma Treated With Radiotherapy and Lomustine Plus Temozolomide. Martin Glas, Caroline Happold, Johannes Rieger, Dorothee Wiewrodt, Oliver Bähr, Joachim P. Steinbach, Wolfgang Wick, Rolf-Dieter Kortmann, Guido Reifenberger, Michael Weller, and Ulrich Herrlinger. Journal of Clinical Oncology, Februar 2009

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Herrlinger
Leiter des Schwerpunkts Klinische Neuroonkologie
Neurologische Universitätsklinik Bonn
Telefon: 0228/287-19887 oder -15736
E-Mail: Ulrich.Herrlinger@ukb.uni-bonn.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news303087

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional

Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen

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Mittwoch, 05. November 2008
JUHU !!!!!!
By jeskostreeck, 21:11

obwohl ich in der letzten zeit keine Videos hochladen konnte !!!  läuft youtube echt genial .
ich habe jetzt über 10050 abrufe . VIELEN DANK für die Zahlreichen netten Mails .

Gruss
Jesko

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Sonntag, 26. Oktober 2008
Entschuldigung
By jeskostreeck, 20:23

Hallo Leuts, habe momentan Haufen um die Ohren bezüglich der Diplomphysiotherapiegeschichte .
Ich habe ein HAufen Berichte,die ich  wahrscheinlich nach den Klausuren online setzten werden werden. Dann gib es auch wieder Videos bei YOutube .

Vielen Dank nochmal an die Teilnehmer von den Manipulationkurs sowie Kopfschmerzkurs , war echt ne coole Truppe .

gruss
Jesko

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Donnerstag, 11. September 2008
Neues zu Schmerzen
By jeskostreeck, 21:57

Schmerzfrei ohne Taubheitsgefühl - Wirkstoffkombination mit Chilipfeffer
Barbara Bachtler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
14.05.2008
Die Spritze beim Zahnarzt hinterlässt meist für einige Stunden ein taubes Gefühl. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören. Prof. Clifford Woolf (Harvard Medical School und Massachusetts General Hospital, Boston, USA) hat mit seinen Kollegen eine Wirkstoffkombination entwickelt, die gezielt den Schmerz ausschalten kann, ohne dass sich dabei ein Taubheitsgefühl und eine Bewegungseinschränkung einstellen. Sie besteht aus einem Abkömmling (QX314) des lokalen Schmerzmittels Lidocain und Capsaicin, der Brennen verursachenden Substanz aus Chilischoten. Capsaicin öffnet Ionenkanäle, die nur in der Membran von Nervenzellen vorkommen, die für die Wahrnehmung von Schmerz zuständig sind. Über die geöffneten Kanäle gelangt QX314 in die Nervenzellen und blockiert die Schmerzsensoren", erklärte Prof. Woolf in seinem Festvortrag "Using Pain to Block Pain" ("Wie man Schmerz zur Schmerzblockade nutzt") zur Eröffnung des internationalen Kongresses "Development and function of somatosensation and pain" des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. "Erstmals ist es uns gelungen, körpereigene Membrankanäle für den Medikamententransport zu nutzen, um gezielt Schmerzsensoren auszuschalten", sagte er.
Lokalanästhetika sind Schmerzmittel, die in der Regel eingesetzt werden, um Patienten ohne Vollnarkose operieren zu können. "Diese gewöhnlichen Lokalanästhetika, Lidocain eingeschlossen, wirken jedoch auf alle Nervenzellen in dem betäubten Gebiet", erläuterte Prof. Woolf. Sie blockieren nicht nur Schmerz-, sondern auch Tastsensoren und die motorischen Nervenzellen (Motoneurone), die Muskeln steuern. Taubheit und Bewegungseinschränkungen im dem betäubten Areal sind die Folge.

Um Schmerzsensoren gezielt auszuschalten, aber die Tastsensoren und Motoneurone unberührt zu lassen, setzten die Wissenschaftler das nicht aktive, positiv geladene QX314 ein. Das besondere an QX314 ist, dass es, im Gegensatz zu Lidocain, die Zellhülle von Nervenzellen aufgrund seiner Ladung ohne Hilfe nicht überwinden kann. Da Lokalanästhetika jedoch nur wirken, wenn sie sich in Nervenzellen befinden, bleibt eine QX314-Injektion allein wirkungslos.

Die Forscher koppelten deshalb QX314 an Capsaicin, um es in die Nervenzelle zu schleusen. Capsaicin bindet an ein Oberflächenprotein (TRPV1), das nur in der Hülle von Nervenzellen vorkommt, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind. Capsaicin öffnet dadurch Membrankanäle, durch die QX314 in die Zelle strömen und die Schmerzsensoren blockieren kann. An Ratten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die neue Kombination aus QX314 und Capsaicin, die sie in die Hinterläufe der Tiere verabreicht hatten, ausschließlich die Schmerzwahrnehmung blockiert. Die Ratten nahmen keine Schmerzreize mehr wahr, konnten sich dennoch normal bewegen und auf Berührungen reagieren.

Die Wissenschaftler weisen aber auf einen Nachteil der aktuellen Strategie hin. Capsaicin aktiviert die Sensoren für Schmerz und Hitze. "Deshalb scheint es, als würde der Mund brennen, wenn Menschen besonders scharfe Speisen essen", sagte Prof. Woolf. Um die Schmerzmittelkombination in der Klinik benutzen zu können, muss ein anderer Weg gefunden werden, den Capsaicin-Rezeptor TRPV1 zu aktivieren und so die Membrankanäle zu öffnen. "Denn wenn Capsaicin seinen Kanal öffnet, wird kurzzeitig der für ihn typische Hitzeschmerz ausgelöst", erläuterte Prof. Woolf. "Wir haben versucht, dieses Problem zu lösen und kürzlich neue, schmerzfreie Wege gefunden, QX314 in Nervenzellen zu bringen. Die neue Wirkstoffkombination könnte in Zukunft zum Beispiel Zahnarztpatienten aber auch werdenden Müttern im Kreissaal helfen."

Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de
http://www.mdc-berlin.de/de/news

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news260152

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
überregional

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Glutamat
By jeskostreeck, 21:52

Pressemitteilung

Glutamat verursacht Zelltod und führt zum Hirnödem bei malignen Gliomen
Ute Missel, Kommunikation und Presse
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
11.05.2008
Tumorzellen, die genetisch verändert wurden und somit fluoreszieren, können genauer untersucht werden.
Tumorzellen, die genetisch verändert wurden und somit fluoreszieren, können genauer untersucht werden.
Ilker Eyüpoglu
Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg sind in der Erforschung von hirneigenen Tumoren einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Die Neuroonkologische Arbeitsgruppe (Ansprechpartner: Dr. Ilker Eyüpoglu) der Neurochirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Buchfelder) hat jetzt auf molekularer Ebene eine Ursache für Ödeme bei malignen Gliomen identifiziert.
Flüssigkeitsansammlungen in intaktem Körpergewebe, die von benachbarten, krankhaften Gewebeveränderungen verursacht sind, werden als perifokale Ödeme bezeichnet. Problematisch werden sie vor allem bei Hirntumoren. Dadurch kommt es unter anderem zu neurologischen Ausfällen.

Wie die Erlanger Forscher in der international renommierten Fachzeitschrift "Nature Medicine" berichten, geben hirneigene Tumoren (Gliome) große Mengen des Neurotransmitters Glutamat ab. Dies führt zum Verlust von Nervenzellen im umliegenden Hirngewebe und reduziert die Überlebenszeit und die Lebensqualität des Patienten deutlich. Darüber hinaus ist die Ursache des Hirnödems bei hirneigenen Tumoren auf die Dysbalance an übermäßigem Glutamat zurückzuführen.

Auf das Überleben des Patienten haben diese Untersuchungen zunächst keinen unmittelbaren Einfluss; jedoch schaffen die Ergebnisse besseren Einblick in die Biologie dieses Tumors. Bis heute haben die therapeutischen Konzepte der letzten 40 Jahren keine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit oder gar Heilung gebracht. Das neue molekulare Verständnis eröffnet jedoch prinzipiell in den nächsten Jahren eine neue und eventuell effektivere therapeutische Option.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Neuroradiologischen Abteilung der Universität Erlangen-Nürnberg, dem Institut für Humangenetik in Köln und dem Institut für Hirnforschung in Zürich (Ansprechpartner: Priv.-Doz. Dr. N.E. Savaskan) und wurde von der Wilhelm Sander-Stiftung mit Sitz in München unterstützt.

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Ilker Eyüpoglu
Tel.: 09131/85-34368
ilker.eyupoglu@uk-erlangen.de

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
überregional

Forschungsergebnisse

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Donnerstag, 28. August 2008
Neue Erkenntnisse in Allergie
By jeskostreeck, 15:41

Pressemitteilung

Münchner Forscher entdecken Allergie-Gen
Michael van den Heuvel, Kommunikation
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
22.08.2008 09:09
Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben zusammen mit Kollegen der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München ein Gen entdeckt, das in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Allergien steht. Gefunden wurde das FCER1A-Gen dank des Einsatzes modernster Technologien am Helmholtz Zentrum München, mit denen das gesamte menschliche Genom untersucht werden kann.
Das neu entdeckte FCER1A-Gen enthält die Bauanleitung für die alpha-Kette des hochaffinen IgE-Rezeptors, der eine wesentliche Rolle bei der Allergieentstehung spielt. Bei dem Rezeptor handelt es sich um eine Bindungsstelle für Immunglobulin E (IgE), einem Protein im Dienste des Immunsystems. Das Wissenschaftlerteam um Priv.-Doz. Dr. Stephan Weidinger und Priv.-Doz. Dr. Thomas Illig fand heraus, dass bestimmte Varianten des entdeckten Gens die Produktion von IgE und damit das Allergiegeschehen entscheidend beeinflussen. "Für unsere Studie haben wir die Genome von mehr als 10.000 Erwachsenen und Kindern aus ganz Deutschland untersucht", so Thomas Illig vom Helmholtz Zentrum München.

Warum manche Menschen ihr Leben lang unempfindlich gegen Allergene sind, während andere wiederum an Allergien leiden, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist aber, dass genetische Faktoren bei der Entstehung von Allergien eine entscheidende Rolle spielen. Allergiker haben zudem einen höheren Anteil an Antikörpern der Klasse IgE als gesunde Menschen. Diese IgE-Antikörper richten sich gegen an sich harmlose Umweltsubstanzen wie Hausstaubmilben und Pollen. Über spezifische Rezeptoren sind die Antikörper zum größten Teil an bestimmte Zellen gebunden, die sich bevorzugt in der Haut und den Schleimhäuten befinden. Durch die Kopplung an membranständige IgE-Rezeptoren ist eine effektive Verstärkung der IgE-Produktion möglich. Bei Kontakt mit dem Allergen werden aus den Zellen Substanzen ausgeschüttet, die zu den bekannten allergischen Symptomen wie allergische Rhinitis (Heuschnupfen), atopisches Ekzem (Neurodermitis) oder Asthma führen.

Die meisten der für die Studie untersuchten Personen stammen aus den Bevölkerungsstudien der Forschungsplattform KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), deren Leiter der Direktor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann, ist. Die allergologischen Untersuchungen waren in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Johannes Ring durchgeführt worden.

Die neuen Erkenntnisse zur Regulation der IgE-Antikörper-Produktion ermöglichen tiefere Einblicke in die Mechanismen der Allergieentstehung und eröffnen neue Therapieoptionen.

Publikation:
Weidinger S, Gieger C, Rodriguez E, Baurecht H, Mempel M, et al. (2008) Genome-Wide Scan on Total Serum IgE Levels Identifies FCER1A as Novel Susceptibility Locus. PLoS Genet 4(8): e1000166. doi: 10.1371/journal.pgen.1000166
http://www.plosgenetics.org/doi/pgen.1000166

Pressekontakt

Heinz-Jörg Haury, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Kommunikation
Tel.: 089-3187-2460, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Neuherberg, 22. August 2008

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Montag, 04. August 2008
Neue Methoden gegen Leukämie
By jeskostreeck, 14:18

Pressemitteilung

Methadon tötet Leukämiezellen - Ulmer Wissenschaftler finden neuen Ansatz in der Krebstherapie
Petra Schultze, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
04.08.2008 17:05
Dr. Claudia Friesen
Dr. Claudia Friesen
Foto: Universität Ulm
Das Team um Dr. Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Erich Miltner) des Universitätsklinikums Ulm konnte zeigen, dass Methadon, eigentlich ein Mittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit, zum Absterben von Leukämiezellen führt. Das Medikament wirkte auch bei Leukämiezellen, die sich gegen Chemotherapien und Bestrahlung resistent gezeigt hatten. Die Ulmer Studie wurde jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Cancer Research veröffentlicht.
"Die Studienergebnisse eröffnen Chancen auf neue Therapien für Leukämiepatienten, bei denen Behandlungen durch Chemotherapie und Bestrahlung nicht erfolgreich waren", erklärt Studienleiterin Dr. Claudia Friesen. Die Ulmer Studie ist die erste, die die Wirkung von Methadon auf Leukämiezellen untersucht hat. Dabei wurden im Labor Leukämiezellen mit verschiedenen Konzentrationen von Methadon behandelt. Die positive Wirkung des Medikaments war bei kurzfristig hoher Dosierung ähnlich wie bei einer längerfristigen, dafür aber niedrigen Dosierung.

Das Methadon bewirkt in der erkrankten Blutzelle vor allem zwei Dinge: Es hemmt die weitere Teilung und damit Vermehrung der Krebszellen und es aktiviert Signalwege, die den Krebszellen den Befehl zum Absterben geben. Bei ihren Forschungen machten sich die Ulmer Wissenschaftler die Erkenntnis zunutze, dass bestimmte Leukämiezellen an ihrer Oberfläche Rezeptoren haben, die Methadon binden - dadurch kann das Medikament die erkrankten Zellen "finden". "Entscheidend ist dabei, dass das Methadon die gesunden Blutzellen nicht angreift", erläutert Studienleiterin Friesen. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass Methadon bei anderen Krebsarten ähnlich gut wirken könne.

Die Erkenntnisse der Ulmer Forscher sollen nun in weiteren Versuchsreihen vertieft werden, um sie in konkrete Therapien umsetzen zu können. Dieser Prozess dauert meist einige Jahre. Er könnte sich in diesem Fall allerdings verkürzen, da Methadon gut erforscht ist und bei anderen Krankheitsbildern, beispielsweise auch in der Schmerztherapie, bereits eingesetzt wird.

Die Zusammenfassung und der komplette Fachartikel im Journal Cancer Research sind im Internet abrufbar (s.u.). Claudia Friesen, Mareike Roscher, Andreas Alt, and Erich Miltner: Methadone, Commonly Used as Maintenance Medication for Outpatient Treatment of Opioid Dependence, Kills Leukemia Cells and Overcomes Chemoresistance. Cancer Res 2008 68: 6059-6064. doi: 10.1158/0008-5472.CAN-08-1227
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de - Universitätsklinikum Ulm

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blogged by
Jesko Streeck

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Sonntag, 27. Juli 2008
Restless Legs neue Erkenntnisse
By jeskostreeck, 12:36

Pressemitteilung

Neues Risiko-Gen für das Restless Legs Syndrom entdeckt
Michael van den Heuvel, Kommunikation
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
27.07.2008 09:55
Patienten mit unruhigen Beinen, wie die Krankheit im Volksmund genannt wird, leiden unter meist nächtlichen Missempfindungen in den Beinen. Sie berichten von einem starken Bewegungsdrang, der erholsamen Schlaf unmöglich macht. Seit Jahren versuchen Ärzte und Wissenschaftler die Ursachen der Erkrankung mit Hilfe genetischer Untersuchungen zu klären. Jetzt gelang es, PTPRD, eine Protein-Tyrosin-Phosphatase, als neues Risiko-Gen für RLS zu identifizieren. Insgesamt sind nunmehr vier RLS-Gene durch genomweite genetische Studien entdeckt. Träger von Risiko-Sequenzvarianten in diesen Genen haben ein erhöhtes Risiko an RLS zu erkranken. Aufgrund der bekannten Funktionen der identifizierten Gene könnte es sich beim RLS um eine frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems handeln.
"Ich bin hundemüde, trotzdem zwingen mich meine Beine zum Aufstehen. Nur durch Umhergehen verschwindet das unangenehme Ziehen und Reißen in den Waden". So oder ähnlich berichten RLS-Patienten von ihren nächtlichen - teilweise auch tagsüber in Ruhephasen auftretenden - Beschwerden. Der gestörte Schlafrhythmus mit den entsprechenden Folgen am Tage wird für viele Betroffene zur Belastung im Beruf und in der Partnerschaft. Obwohl das RLS zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern zählt, wird es nach wie vor häufig nicht erkannt oder falsch diagnostiziert.

Das Institut für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München und an der Technischen Universität München sowie das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie arbeiten seit vielen Jahren daran, Entstehungsmechanismus, Diagnostik und Therapie des RLS zu verbessern. Mit einem internationalen Konsortium unter Leitung von Privatdozentin Dr. Juliane Winkelmann und Prof. Thomas Meitinger untersuchten die Münchner Wissenschaftler insgesamt 2458 RLS-Patienten und 4749 gesunde Probanden der Populationsstudie KORA, die von Prof. H.- Erich Wichmann vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München geleitet wird. Für die statistischen Analysen war Prof. Bertram Müller-Myhsok vom MPI für Psychiatrie verantwortlich.

Analysiert wurden Sequenz-Varianten (SNPs), die über das gesamte Genom verteilt waren. Beim Vergleich der Sequenzen zwischen Patienten und Kontrollen konnten Varianten im PTPRD-Gen identifiziert werden, die vermehrt bei RLS-Patienten auftreten, aber seltener bei den gesunden Probanden vorkommen.

Der Genname PTPRD steht für Protein-Thyrosin-Phosphatase-Receptor-Typ-Delta. Das entsprechende Protein ist im Tiermodell untersucht und spielt bei der korrekten Wegfindung der Nervenzellfortsätze zu den so genannten Motorneuronen eine Rolle. Diese Neurone steuern direkt oder indirekt die Muskulatur, beispielsweise der Beine. Damit ist auch PTPRD, wie bereits die zuvor identifizierten RLS-Risiko-Gene MEIS1, BTBD9 und LBXCOR1 wichtig für die frühe Embryonalentwicklung des Organismus. Das ist ein weiterer Hinweis, dass es sich beim RLS um eine sehr frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems handeln könnte.

Mit den identifizierten RLS-Risiko-Genen ist erstmalig eine gezielte molekulargenetische Ursachenforschung für das Restless Legs Syndrom möglich geworden und eine Grundlage zur Verbesserung der Therapie geschaffen.

Originalveröffentlichung:

Barbara Schormair, David Kemlink, Darina Roeske, Gertrud Eckstein, Lan Xiong, Peter Lichtner, Stephan Ripke, Claudia Trenkwalder, Alexander Zimprich, Karin Stiasny-Kolster, Wolfgang Oertel, Cornelius G Bachmann, Walter Paulus,Birgit Högl, Birgit Frauscher, Viola Gschliesser, Werner Poewe, Ines Peglau,Pavel Vodicka, Jana Vávrová, Karel Sonka, Sonja Nevsimalova, Jacques Montplaisir, Gustavo Turecki, Guy Rouleau, Christian Gieger, Thomas Illig, H. -Erich Wichmann, Florian Holsboer, Bertram Müller-Myhsok, Thomas Meitinger, Juliane Winkelmann: (PTPRD) protein tyrosine phosphatase receptor type delta is associated with restless legs syndrome. Nature Genetics, Advance Online Publication, 27.7.2008
DOI: 10.1038/ng.190 (http://dx.doi.org/)

Pressekontakt

Heinz-Jörg Haury, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Kommunikation
Tel.: 089-3187-2460, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Neuherberg, 27. Juli 2008

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Samstag, 10. Mai 2008
Heilmittel
By jeskostreeck, 11:30

Heilmittel-Zahlen für 2007: Steigerungen (fast)
allerorten.
==============================================================
Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben vergangene
Woche ihre Statistiken veröffentlicht. Demnach haben sie
für Heilmittel im Jahr 2007 2,5% mehr ausgegeben als im
Vorjahr. Je nach Region und Berufsgruppe fallen die
Steigerungen aber sehr unterschiedlich aus. Für
physiotherapeutische Behandlungen haben sie 2,5% mehr
ausgegeben. Im Osten wurde ca. 9% mehr Ergotherapie und
Logopädie verordnet. Die regionalen Unterschiede sind aber
nach wie vor verblüffend. Westfalen bleibt
physiotherapeutische Diaspora: in Baden-Württemberg, Berlin
und Sachsen wird mehr als doppelt so viel Physiotherapie pro
Versicherten verordnet. Die Nachbarn aus Nordrhein scheinen
sich dem westfälischen Trend anzupassen, haben dort doch
die Versicherten knapp 9% weniger physiotherapeutische
Behandlungen erhalten.

Hoch und runter. GKV-Heilmittel-Informationssystem mit
Zahlen für 2007
http://www.physio.de/php/meldung.php3?id=6655

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Samstag, 26. April 2008
Multi Sklerose
By jeskostreeck, 12:54

Pressemitteilung

Wirkungsweise von Interferonen bei Multiple Sklerose aufgeklärt
Rudolf-Werner Dreier, Kommunikation und Presse
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
18.04.2008
 
Prof. Dr. Marco Prinz
Prof. Dr. Marco Prinz
Universitätsklinikum Freiburg
Dr. rer. nat Ulrich Kalinke
Dr. rer. nat Ulrich Kalinke
Paul-Ehrlich-Institut Langen
Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg und dem Paul-Ehrlich-Institut, Langen
Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht

Eine Gruppe von Forschern aus Freiburg, Göttingen, München, Hamburg, Zürich und Langen konnte im Tiermodell erstmalig nachweisen, wie Interferone, insbesondere Interferon-beta, den Verlauf von Multiple Sklerose (MS) beeinflussen und was die molekularen Mechanismen dafür sind. In der Mai-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Immunity berichten die Forscher über ihre Ergebnisse. Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Marco Prinz, Direktor der Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg und von Dr. Ulrich Kalinke, Leiter der Abteilung Immunologie am Paul-Ehrlich Institut Langen, sind federführend an diesem Forschungsprojekt beteiligt.
Mehr als 50 Jahre nach der Entdeckung der Interferone ist es den Forschern gelungen, die Wirkungsweise dieser Botenstoffe im Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems aufzuklären. Dies macht Hoffnung für einen effektiveren therapeutischen Einsatz von Interferonen.
Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS). Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sind häufiger als Männer betroffen. In Deutschland gibt es etwa 120.000 Menschen, die an MS erkrankt sind. Man nimmt an, dass die MS eine Autoimmunerkrankung ist, bei der Blutzellen irrtümlicherweise Strukturen des ZNS angreifen und dadurch die Entzündung hervorrufen. Zirka 40.000 Patienten werden in Deutschland mit Interferon-beta behandelt, um das Immunsystem zu regulieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen. Obwohl die Therapie zunächst sehr effektiv ist, müssen viele Patienten die Interferon-beta Behandlung abbrechen, da es zu Nebenwirkungen in Blut, Haut und Nervensystem kommen kann.
"Unsere Ergebnisse stellen einen Durchbruch für das Verständnis der Interferonwirkung bei MS dar. Es besteht nun die Hoffnung, neue zellspezifischere und nebenwirkungsarme Therapieansätze zur Behandlung dieser Erkrankung zu entwickeln", so Prinz. Im Tiermodell der Multiplen Sklerose haben die Wissenschaftler die Ergebnisse in jahrelanger Forschungsarbeit erhalten. "Das Hauptproblem zum Verständnis der Interferonwirkung im Gesamtorganismus bestand darin, dass das Interferon auf fast jede Körperzelle wirken kann, da der entsprechende Erkennungsrezeptor sich überall befindet", berichtet Kalinke.
Die Forscher veränderten den Interferonrezeptor genetisch so, dass es nun möglich war, diesen spezifisch entweder nur auf bestimmten Blutzellen, wie Lymphozyten oder Makrophagen, oder nur auf Hirnzellen auszuschalten. Die Ergebnisse waren sowohl eindeutig als auch überraschend: Die Wirkung von Interferon auf Makrophagen und Mikroglia, die Fresszellen des Blutes und des Gehirns, waren für den Verlauf der Erkrankung entscheidend. Dagegen spielt die Stimulation von Lymphozyten oder von Hirnzellen eine untergeordnete Rolle. Wie die Wissenschaftler weiterhin zeigen konnten, vermitteln Interferone eine dämpfende Wirkung auf die Makrophagen, was sich als entscheidend für die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs herausstellte.
Die Studie finden Sie unter www.immunity.com

Kontakt:
Prof. Dr. Marco Prinz
Universitätsklinikum Freiburg
Abteilung für Neuropathologie
Tel.: 0761/ 270- 5105
Fax: 0761/ 270- 5050
E-Mail: marco.prinz@uniklinik-freiburg.de

Dr. rer. nat Ulrich Kalinke
Paul-Ehrlich-Institut Langen
Tel.: 06103 77 2003
Fax: 06103 77 1253
E-Mail: kalul@pei.de
Weitere Informationen:

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news256187

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin und Gesundheitswissenschaften
überregional

Forschungsergebnisse, Publikationen

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